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Jagdfrevel

Jagdfrevel an Füchsen

Diesen Fuchs habe ich  2012 im Freiburger Stadtwald aufgefunden. Abgelegt wie Müll auf einem Baumstamm. Ich wusste aus Bildern und Nachforschungen, dass an der Stelle ein bekannter GDT-Fotograf Eisvögel angefüttert und fotografiert hatte. Hier stellte ich  mein Tarnzelt auf, um ebenfalls Eisvögel zu fotografieren. Ich wusste, im näheren Umfeld war auch eine versteckte Anfütterstelle für Waldvögel.

Interessant war dann folgendes: Ich hatte meine Beine kurz vertreten und fand den besagten Tierkadaver keine 50 Meter entfernt von meinem Tarnzelt. Man muss dabei wissen, dass unter der Jägerschaft Füchse als Abfall behandelt werden. Erst einige Jahre später hatten der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Baden-Württemberg dann die „glorreiche“ Idee,  Felle der  erlegten Füchse, Marder, Waschbären und Co, zu vermarkten. Unter der perfiden Bezeichnung „Fellwechsel“,  kommen die erlegten Tiere heute in eine zentrale Abbalgstelle, wo sie zu hochwertigen Produkten verar­beitet bzw. über Fellbörsen vermarktet wurden. Schon alleine die respektlose und verwerfliche Bezeichnung „Fellwechsel“ sagt so gut wie alles über die Hobbyjäger und den DJV aus. Der Zusammenhang mit dem Naturfotograf sollte später noch einmal von Bedeutung sein, denn ich hatte beschlossen, mich bei der unteren Jagdbehörde zu beschweren. Alleine schon die Tatsache, dass es sich um einen hochfrequentierten Stadtwald gehandelt hat und sicher auch Kinder auf diesen Kadaver hätten stoßen können.

Bei der Behörde wurde um Verständnis für die Jäger geworben. Immer die selben Sprüche. Man solle dies bitte nicht hochkochen lassen … bedauerlicher Einzelfall etc. Der Fuchs sei von einem befreundeten Jäger für einen Fotografen dort abgelegt worden.  Meine Frage wie dies denn sein könne, da es doch normalerweise verboten ist mit Kadavern anzuludern, blieb ungeklärt. Da ich selbst Naturfotograf bin möchte ich mich an dieser Stelle vor diesen Praktiken distanzieren!

Nicht distanzieren kann ich mich in Sachen Jägerschaft. Sie drehen sich ihr Recht zurecht wie und wo sie es nur brauchen. Und sie werden gedeckt, bzw. decken sich selbst, sofern sie in einer Gruppe auftreten. Erst werden die Füchse wegen Tollwut geschossen und nach dem Ausrotten der Tollwut sind sie dann wieder die größte Gefahr für Rebhühner etc. Dieses Argument der Jäger ist schon in sich absurd. So berichtet die Deutsche Jagdzeitung:

„Günstige Voraussetzungen und intensive Hege lassen in Deutschland noch Rebhuhnjagd zu, wie sie sonst nur noch unsere Väter kannten. Die DJZ durfte zwei glückliche Jäger dabei begleiten.“ Quelle siehe unten.

Egal welche Tierart es ist, Jäger argumentieren immer auf die gleiche Art. Sie wollen sich als Heger und Pfleger sehen, führen aber am liebsten das „Regiment des kalten Stahls“. 

Eine nicht unerhebliche Anzahl von Ihnen sind verliebt in Waffen. Ich kenne Jäger die zig Lang und Kurzwaffen haben und zwei Waffenschränke nicht mehr ausreichen. Der Doppelmord an den Polizisten von Kusel wird wohl wieder ein weiterer Meilenstein sein, wo zumindest eine Verbindung ins jagdliche Umfeld bestand, auch wenn die Tat noch nicht gänzlich aufgeklärt ist und der Jagd- und Waffenschein entzogen worden war. Wer aus Lust tötet, der ist auch zu weiteren Schandtaten bereit.

Quellen:

https://www.wochenblatt.com/wald-jagd/wohin-mit-den-fellen-12748645.html

https://djz.de/rebhuhn-1970/

A k t i o n s b u e n d n i s – F u c h s

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