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Kranichtour 2020

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Die diesjährige Kranichtour erfolgte »im Zeichen« von Corona. Nachdem für den 02.11.2020 ein Reiseverbot angekündigt wurde und dadurch die Tour ins Wasser gefallen wäre, konnte der Kurz-Urlaub glücklicherweise ein paar Tage vorverlegt werden, um zum   02.11.2020 wieder zuhause zu sein.

Nun bringt Corona ja diverse Nebenerscheinungen mit sich. Eine davon ist die, dass bei einem Lockdown plötzlich allerlei Menschen scheinbar zur Natur finden, die sie früher nicht interessiert hat. Viele davon haben keinen wirklichen Bezug zur Natur und drängen respektlos und ohne Feingefühl auch in sensible Gebiete. Dies hat zur Folge, dass sich verstärkt Tiere immer weiter in die Kerngebiete zurückziehen und somit eine Beobachtung oder Fotos erschwert werden.

Dass man zum Beispiel mit einem Handy kein vernünftiges Foto eines Kranich machen kann, weiß jeder auch nicht so ambitionierte Fotograf. Dennoch sieht man immer  wieder den Blödsinn, dass es Personen gibt,  die aus einem Auto aussteigen, um mit Ihrem Handy näher an die Tiere heranzukommen.  Die Tiere werden dadurch erschreckt und fliegen irgendwo auf ein anderes Feld. Hierbei verbrauchen sie jedes Mal Energie, die sie eigentlich für ihren Flug in den Süden benötigen. Doch es kommt noch besser. Einmal erschrecken reicht nicht. Man versucht mit dem Fahrzeug mehrfach den Tieren zu folgen und vertreibt sie dadurch immer wieder aufs Neue. Dabei ist kaum ein Lerneffekt bei den Menschen festzustellen. Sie verlieren höchstens irgendwann das Interesse, die Skrupellosigkeit bleibt.

Ich habe auch Fotografen beobachten können, die es besser wissen sollten. Aber auch die verhalten sich wie die Axt im Walde und hetzen den Tieren mit Ihrem Fahrzeug hinterher. Sie drehen Runde um Runde in diesen meistens landwirtschaftlich genutzten Gebieten und versperren den Landwirten mit den Pkw’s die Wege, sodass diese auch nicht mehr gut auf die Kranichtouristen zu sprechen sind.

Ähnliche »Dramen« geschehen auch in und um  Bereiche von Vogelbeobachtungstürmen.  Wer glaubt er könne hier den imposanten Einflug der Kraniche nicht nur in Ruhe fotografieren sondern auch deren Rufen auf Tonträger aufnehmen, der wird verzweifeln, denn obwohl immer wieder Schilder darauf hinweisen, dass man sich hier ruhig verhalten soll, geschieht gerade das Gegenteil.  Ich finde keine Beschreibung dafür, wie Menschen so dumm und unverantwortlich sein können, schon bei der Ankunft die Holztreppen wie die Vandalen  hinauf poltern und statt die Natur zu genießen, mit Stativen oder Gerätschaften herum klappern. Es wird gerufen, gelacht, teilweise sind bellende Hunde oder schreiende Kinder dabei.

Nicht selten verliere ich bei diesen Geschehnissen die Lust an meinem Hobby, obwohl Minuten vorher noch mein Herz vor Freude Polka tanzte. Schilder über Verhaltensweisen an solchen Hotspots sind in der Regel Fehlanzeige und dort wo Schilder hängen, werden sie ignoriert.

Weitere Kranichbilder unter Rubrik Portfolio/Vögel!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. MARION RICHTER

    Leider muss ich dir zustimmen. Es entsetzt mich immer wieder, wie respektlos sich Menschen verhalten. Auf den Türmen findet Kranichparty statt, andere poltern hin, schauen und meinen, da wäre ja nichts und sind wieder weg. Wenn sie weg sind, hebe ich den Daumen. Am Schlimmsten war in diesem Jahr die Radfahrgruppe von 12 Leuten, die an unserem Versteck vorbeiradelte, lautstark brüllte, wie toll es doch wäre, diesen Weg gefunden zu haben. Dann bogen sie in einen Weg ein, der nicht befahren werden darf, hielten an und wunderten sich über die vielen hundert auffliegende Kraniche und Gänse, die sich bereits im Moor gesammelt hatten. Die Gruppe hatte ihr Erlebnis und ich möchte wetten, das geben sie an andere Radfahrgruppen genau so weiter. Es ist schade, dass Kranichbegeisterte nicht einfach mal verharren können, abwarten, schauen, was passiert und dem Kranich keinen Stress machen. Im Auto hocken bleiben und warten. Sie wären begeistert, was es alles zu sehen gibt. So rasen sie von einem Feld zum nächsten. Deine Bilder mag ich sehr, sie sind toll geworden und zeigen, dass du es genau so machst. Verharren, abwarten, immer geschützt in Deckung sein. Liebe Grüße, Marie

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