Quo vadis Homo sapiens? oder Was kommt nach Corona?

Ich behaupte, dass die meditative Ruhe der Tier- und Naturfotografie eine mindestens genauso gute Art der Reflexion bietet wie eine klassische Meditation. Natürlich ist hierfür Voraussetzung, dass der Fokus auf dem Naturerleben liegt und nicht zur Hatz auf Hotspots endet.

In der Ruhe der Natur und Auge in Auge mit der Kreatur, geht man eine besondere Bindung ein. Man versucht die Natur zu entschlüsseln, die Kreatur Auge in Auge, durch ein Teleobjektiv blickend, zu verstehen und wird immer wieder scheitern. Schon Heraklit (420 – 475 v Chr.) hat erkannt, dass sich die Natur in dem Augenblick von einer anderen Seite zeigt, sobald der Mensch glaubt, sie wieder vermeintlich entschlüsselt zu haben. Denn der Mensch versucht die Natur zu beherrschen, statt in sie hineinzuhören, sie zu verstehen. Der Mensch sollte sich ohnehin der Endlichkeit des Verstandes bewusst sein und die Wunder der Natur so nehmen wie sie sind.

Selbst wenn man die Erkenntnisse aller Wissenschaftler und insbesondere der Virologen zusammen nimmt, wird man einen Virus wie den Covid-19 irgendwann vielleicht besiegen, aber man wird auch die Folgen des vermeintlichen Sieges nie beherrschen. Für uns sind Viren schrecklich. Man muss sich vor ihnen fürchten und verkennt, dass sie nicht nur krank machen, sondern auch Erbgut verändern und Schutz bieten können. Versinnbildlichen kann man dies mit den guten und schlechten Bakterien im Darm.

Das erste Lebewesen entstand nach der Wissenschaft aus einer Zelle. Wenn aber eine Zelle schon größer als ein Virus oder ein Bakterium ist, sei die Frage erlaubt, ob der Mensch letztendlich nicht aus einem Virus entstanden ist? Denn auch in der Atomforschung galt lange die Weisheit, dass das Atom im Zusammenspiel mit Protonen und Neutronen die kleinste Einheit ist. Heute weiß man, dass sogenannte Quarks noch kleiner als Protonen und Neutronen sind, so klein, dass man sie nicht mehr wirklich messen kann. Keiner würde diesen Fakt als Scharlatanerie hinstellen, wie man es etwa von Gegnern der Homöopathie kennt. Alleine schon das Bewusstsein, dass wir uns hier im Grenzbereich derzeitiger wissenschaftlicher Erkenntnisse bewegen, beweist, dass Heraklit Recht hat, wenn er davon ausgeht, dass sich die Natur in dem Augenblick von einer anderen Seite zeigt, sobald der Mensch glaubt, sie wieder  entschlüsselt zu haben.

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