Der Wolf und seine lieben Gegner

Der Wolf und seine lieben Gegner

Es grenzt an selbstzerstörerischem Wahnsinn, wenn man einen neuen Foto-Blog ins Netz stellt und diesen mit einem Beitrag eröffnet, dessen Thema zu polarisieren scheint, wie kaum ein anderes. Den Beitrag wird sowieso kaum jemand zur Kenntnis nehmen und wenn doch, wird es dem Leser eher egal sein. Die meisten Menschen wollen sich lieber entspannen oder zurücklehnen und Bildchen von einer heilen Welt bestaunen, die es so kaum noch gibt.

Die Frage ist sogar, ob man nicht besser schweigen sollte um dem Wolfs-Populismus der Medienvertreter und Waidmänner nicht noch ein größeres „Forum“ zu geben. Das Wort Populismus wähle ich hier auch nur, weil es im politischen Sinn schon genügend unter die Menschheit „gestreut“ wird.

Ich verfolge nun schon sehr lange die Berichterstattung über das Thema Wolf. Die Schlagzeilen aktualisieren sich bei mir automatisch und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Politiker, Medienvertreter und ein Großteil der Jägerschaft oder ein Bauernverband „blank ziehen“ und einen kaum zu ertragenden Erguss von Peinlichkeiten unter das Volk bringen. Es ist unsere Aufgabe zu fragen

Cui bono – Wem nutzt das?

Dem Jäger

Der Wolf ist das Opfer von einzelnen Gruppen, die jede für sich mit Einflussnahme ihren Vorteil sieht. Die Jägerschaft, die immer mehr in den kritischen Fokus von Natur- und Tierschützern gerät, hat eine starke Lobby. Trotz aller Kritik und wider jeglichen Verstand wächst die Zahl der Jagdscheininhaber. Alleine das Bundesland Nordrhein-Westfalen zählt 91.000 Jagdscheininhaber. Außerdem scheint das „Jagderleben“ so manchen Politiker https://www.jagderleben.de/news/naechster-spitzenpolitiker-legt-jaegerpruefung-ab anzustecken. Die von den Medien gepuschten „Schreckensmeldungen“ setzen die Waidmänner händereibend, gekonnt für sich ein. Liefern sie doch zum einen einen weiteren Grund pro Jagd und zum anderen wächst für jeden die Chance zum persönlichen Abschuss eines Raubtieres. Logischerweise auch zum Erhalt einer Trophäe eines „geschützten“ Tieres. Nur nebenbei: Einsteigerwissen zur Frage, was zahlt ein Jäger für eine Trophäe/Abschuss, kann man hier finden https://www.lesy.sk/files/lesy_sr_cennik_de_k2.pdf.

Dem Politiker

Ich zitiere den Wissenschaftler John Linnell, nachzulesen unter http://www.spiegel.de/spiegel/norwegen-schweden-warum-skandinavische-laender-die-jagd-auf-woelfe-erlauben-a-1196492.html:
 „Politiker und Wolfsgegner machen den Menschen Angst, um sie zu manipulieren. Das ist zynisch und schmutzig, aber der Trick wird oft angewandt, einfach weil er so gut funktioniert.“ Mehr gibt es nicht zu schreiben.

Den Medienvertretern

Was sorgt mehr für Schlagzeilen als Krieg, Blut, Horrorszenarien? Eine intelligente Killerbestie in grauem, struppigem Fell, die kleinen Kindern auflauert. Bei mancher Zeitung fragt man sich wo die Ausgeglichenheit in der Berichterstattung liegt. Einem Schriftsteller erschließt sich sofort das Rezept: Man sammelt Charaktere mit Schwächen und Stärken und lässt sie dann aufeinander los…Heraus kommen Berichte wie „Feuer frei!“ Jäger richtet Appell an alle „Wolfsschmuser“.  Da hat man die Charaktere: Den „intelligenten“ Jäger mit Jägerabitur noch dazu in Form eines Rechtsanwaltes und den Gegenspieler, den naiven Wolfsschmuser. Alles zu ergoogeln, aber Achtung: Es könnte zu Brechreiz führen.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen